Kurzbeschrieb

Die Stiftung ikj bietet seit 2005 eine neue Form von sozialpädagogischer Familienbegleitung an. Die Methodik der Kompetenzorientierung stammt aus den Niederlanden und basiert auf neueren entwicklungspsychologischen und lerntheoretischen Erkenntnissen. (vergl. Kompetenzorientierung, Kitty Cassée, 2007). Wir bieten folgende KOFA Module an: Abklärung (4 Wochen), Diagnostik in der Lebenswelt (4 Wochen), Intensiv (6 Wochen), Begleitung (6 Monate) und Rückplatzierung (3 Monate). Alle Programme zielen auf eine Kompetenzerweiterung ab. Die Fähigkeiten zur Bewältigung der Alltagsaufgaben werden verbessert und die Schutzfaktoren für die Entwicklung werden systematisch genutzt. Mit dieser Form der Familienarbeit werden die Lebensbedingungen und Entwicklungschancen der Kinder sowie die Erziehungsfähigkeiten der Eltern erfasst und mit strukturierten Interventionsprogrammen verbessert und stabilisiert. Ziel ist es, dass die Kinder in der Familie bleiben oder in die Familie rückplatziert werden können. Zu im Voraus festgelegten Zeitpunkten erhält die zuweisende Instanz einen Zwischenbericht sowie einen Schlussbericht.


Zusätzlich begleiten wir Eltern und ihre Kinder im Rahmen von Besuchsrechtsbegleitungen individuell.

Grundmodell

Kompetenzorientierte Familienarbeit – KOFA


Grundmodell

Die nachfolgenden Merkmale charakterisieren das Grundmodell, das für alle KOFA-Modulvarianten bedeutsam ist:


  • Die Interventionen erfolgen im Alltag der Familie und beziehen das soziale Umfeld mit ein. Sie sind ausgerichtet auf Lern- und Veränderungsprozesse, die anknüpfen an die Entwicklungsthemen und Ziele der Familienmitglieder.
  • Die Sicherheit der Familie ist prioritär (Kindeswohl) und wird in der ersten Phase abgeklärt.
  • Die KOFA-Fachstelle garantiert 24-stündige Erreichbarkeit.
  • Die Präsenz der Fachkräfte richtet sich nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Familie, d. h. die Fachkraft ist auch am Abend und am Wochenende präsent.
  • Das Ziel der KOFA-Interventionen ist es, die Situation der Familie differenziert abzuklären und die Familie mit den Techniken und Methoden der Kompetenzorientierung zu befähigen, ihre alltäglichen Aufgaben wieder autonom zu bewältigen. Die Entwicklung der Kinder soll möglichst aus eigener Kraft respektive mit massgeschneiderten Folgehilfen gewährleistet werden.
  • Die Hilfe ist strukturiert und phasiert. Der Faktor Zeit wird bewusst und geplant eingesetzt.


Zielgruppe

Hauptindikation ist die erhebliche Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit des Familiensystems. Die Bewältigung der alltäglichen Aufgaben im Familienzyklus – die Entwicklungsaufgaben der Eltern und der Kinder – ist ernsthaft gefährdet. Sowohl in einer akuten Krise (z. B. Schulausschluss, Gewalt, Delikte) als auch bei länger andauernden Belastungssituationen (Sucht, psychische Erkrankung der Eltern, Verhaltensprobleme der Kinder) oder bei drohenden Fremdplatzierung eines Kindes/Jugendlichen kann KOFA eingesetzt werden. Auch für die Rückplatzierung nach einem stationären Aufenthalt ist KOFA indiziert.


Phasierung

Ein wesentliches Merkmal aller KOFA-Module ist die klare Phasierung. Ein KOFA-Modul besteht aus einer Informationsphase, einer Veränderungsphase und einer Abschlussphase.


Je nach Modul variieren die einzelnen Phasen in ihrer Länge.