Wir greifen in unserer Arbeit auf unterschiedliche, anerkannte Theorien und Methoden zurück. Von übergeordneter Bedeutung und Verbindlichkeit sind:


Die Kompetenzorientierung

Die Kompetenzorientierung bietet eine Methodik für die Diagnostik, Planung, Gestaltung und Evaluation von Interventionen in der Kinder- und Jugendhilfe. Als Referenztheorien gelten in kompetenzorientierten Settings kognitive Lerntheorien, Systemtheorie, Lebensweltorientierung/Empowerment, Sozialisationstheorie/Entwicklungspsychologie. Davon aus gehend, dass allen Formen von Kompetenzmängeln gemeinsam ist, dass Lernchancen aus unterschiedlichen Gründen fehlten oder nicht genutzt werden konnten, konzentriert sich unsere Arbeit auf die Bewusstmachung vorhandener Ressourcen und Hilfestellung zur Bewältigung nötiger Entwicklungsaufgaben. Durch die in der Kompetenzorientierung erfassten Ressourcen und Entwicklungsaufgaben erschliessen sich schnell mögliche Handlungsfelder. Nachfolgelösungen und Ziele zeigen sich.


Kooperation

Während der Notfallplatzierung wird mit den Beteiligten die Situation analysiert, weitere Wege erarbeitet und nach Anschlusslösungen gesucht. Dieses Konzept nimmt alle Bestrebungen, die zur Lösung eines Problems ergriffen werden, als vollwertigen Teilbeitrag auf. Je offener die verschiedenen Beteiligten informieren, desto weniger besteht die Gefahr von Doppelspurigkeiten und Verzögerungen. Da die beteiligten Personen gleichwertig sind, entstehen keine Loyalitätskonflikte. Dadurch können alle Interaktionen, die sich zwischen den Beteiligten abspielen, offen weitergetragen werden und sie ermöglichen damit aufbauende, weiterführende Handlungen.


Transparenz ist uns wichtig. Wir streben eine offene Zusammenarbeit mit allen für den Prozess wichtigen Personen an. Da wir an unsere Schweigepflicht gebunden sind, entscheiden die Inhaber der elterlichen Sorge darüber, wie weit Personen ausserhalb der Notfallplätze informiert werden sollen.


Um mit den Jugendlichen die Situation optimal zu analysieren, schränken wir in einer Anfangsphase die Kontakte zu Eltern und Bekanntenkreis stark ein. Nach der Eintrittsphase werden Kontakte zum Herkunftssystem nach und nach geöffnet und die neuen Interaktionen pädagogisch begleitet. Im Kontakt mit zuweisenden Instanzen und den sorgeberechtigten Personen erarbeiten wir Empfehlungen für mögliche Anschlusslösungen.


Wir sind uns bewusst, dass die Familie schon seit längerer Zeit stark gefordert war, die Ansprüche des Alltags und des Zusammenlebens zu bewältigen. Wir respektieren das Recht auf altersgemässe Selbstbestimmung aller Familienmitglieder und gehen davon aus, dass durch offene Kommunikation und pädagogischer Unterstützung Entwicklungsaufgaben kompetent angegangen werden können.


Nach der Eintrittssitzung werden relevante Systemträger mittels der Orientierungssitzung, der Planungssitzung und der Austrittssitzung über die aktuelle Themen informiert und gemeinsam die weiteren Schritte beschlossen.


Der Austritt der Jugendlichen aus den Notfallplätzen wird bewusst gestaltet. Die Integration ins neue/alte Umfeld kann beispielsweise durch Besuche oder durch eine Schnupperzeit erprobt werden.

Methodik, Theorien, Arbeitsweisen